„Gute Kommunikation beginnt schon im Vorstellungsgespräch“

19.11.2025 – Am Mittwochabend durften wir Anna Reifschneider am Campus Lingen zurück begrüßen. Vor wenigen Jahren hat sie selbst hier Kommunikationsmanagement studiert, mittlerweile arbeitet sie als Recruiting Specialist bei der ROSEN Gruppe. Was „gute Kommunikation“ für die 24-Jährige bedeutet, wie ihr Berufsalltag aussieht, wie ihr das KoMa-Studium dabei hilft und vieles mehr, konnten wir sie in unserer Veranstaltungsreihe „Students meet Alumni“ fragen.

Auf ihr Studium am Campus Lingen blickt Anna als positive Überraschung zurück. Der Start war durch Corona zwar alles andere als normal, aber sie lebte sich schnell ein. Coole Leute, viel Austausch und am Ende bezeichnet sie die Zeit sogar als ihre „beste Erfahrung“. Mit Human Resources hatte das Studium inhaltlich zwar wenig zu tun, aber auf gut Glück bewarb sie sich für ein Praktikum bei einem kleinen Personalbüro in Lingen. Das gefiel ihr so gut, dass sie anschließend als Werkstudentin bei ROSEN im Bereich Recruiting einstieg. Heute ist sie dort als eine von insgesamt 30 Mitarbeitenden der HR-Abteilung verantwortlich für Vorstellungsgespräche, Recruiting-Kampagnen, Messen und das Onboarding neuer Mitarbeitenden.

Inhalte aus ihrem Bachelorstudium wie Kommunikationspsychologie, Zielgruppenverständnis, Medienwirkungen oder das Controlling von Kommunikation helfen ihr heute, Bewerbende gut abzuholen. Ein bisschen BWL, das sie in der Einführungsvorlesung kennenlernte, schadet ihr heute im Berufsalltag auch nicht. Besonders wichtig ist für sie, dass gute Kommunikation bereits im Vorstellungsgespräch beginnt. Anna möchte den Bewerbenden ein positives Gefühl vermitteln und natürlich ihr Unternehmen gut nach außen präsentieren.

Herausforderungen gibt es in ihrem Arbeitsalltag genug. Irgendwas geht in der Regel immer schief, erzählt sie lachend. Spontanität ist daher Pflicht. Dazu kommen die vielen unterschiedlichen Gespräche für verschiedene Abteilungen mit jeweils eigenen Bedarfen und Erwartungen. Gleichzeitig sitzt die HR-Abteilung zum Teil aber auch zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite pflegt die Abteilung enge Kontakte zur Geschäftsführung, andererseits sind die KollegInnen Teil des regulären Mitarbeitendenumfelds. Zum Glück hat Anna ein erfahrenes Team, das sie unterstützt.

Natürlich wollten wir auch wissen, wie man in einem Vorstellungsgespräch punkten kann. Anna rät dazu, authentisch und ehrlich zu sein. Reflexion ist wichtig. Man sollte wissen, was man möchte, neugierig sein und Fragen stellen. Unternehmen achten sehr darauf, ob jemand ins Team passt. Auch beim Thema Gehalt empfiehlt sie Offenheit und eine Vorab-Recherche, welche Gehaltsvorstellungen realistisch sind. Heute pokern Unternehmen weniger als früher und bieten meist faire Konditionen an. Wer unsicher ist, kann sich auf ein Startgehalt einigen und für das erste Jahr Ziele festlegen, die eine Anpassung ermöglichen. Und wie sieht es mit dem klassischen Anschreiben aus? Anna meint, dass man es nicht mehr unbedingt braucht. Wenn es wirklich gut ist, kann es trotzdem einen Vorteil bringen. Beim Bewerbungsfoto gilt: nur, wenn es ohne großen Aufwand möglich ist und das Foto wirklich gut ist. Lieber keins als ein schlechtes.

Ihr Rat an uns Studis ist eindeutig: Erfahrungen sammeln und die Zeit genießen,Unternehmen kennenlernen, sich ausprobieren und herausfinden, was man selbst wirklich möchte.

Zum Schluss verrät Anna uns noch ihre Lieblingsfrage in Bewerbungsgesprächen. Sie fragt Bewerbende gern, wie für sie ein erfolgreicher Arbeitstag aussieht und wann sie glücklich nach Hause gehen. Eine Frage, die viel darüber verrät, wie jemand tickt und was ihm oder ihr im Arbeitsalltag wichtig ist.

Wir bedanken uns bei Anna für das offene Gespräch und freuen uns über so viele spannende Einblicke in eine HR-Abteilung.

Geschrieben von Amelie Jansen.