KI managen, nicht nur nutzen: Unser Besuch bei der Create ImPRessions 2026

Es gibt Veranstaltungen, bei denen man schon beim ersten Satz weiß: Heute wird es interessant. Die Create ImPRessions von campus relations e.V. gehört für uns zu genau diesen Veranstaltungen und so war es auch in diesem Jahr, als wir uns auf den Weg nach Münster machten.

Mit gleich vier KommunikOS-Alumni vor Ort, in unterschiedlichen Rollen, an unterschiedlichen Stationen ihrer Karriere, war der Tag nicht nur inhaltlich bereichernd, sondern auch ein stilles Zeugnis dafür, wie weit ein Netzwerk wachsen kann, wenn man ihm Zeit gibt. Aber dazu später mehr.

„You can outsource your thinking, but you can’t outsource your understanding.“

Mit diesem Appell eröffnete die Keynote den Tag und setzte damit den Ton für alles, was folgen würde. Der Satz klingt simpel, trifft aber einen Nerv, der in der Kommunikationsbranche gerade besonders empfindlich ist: KI kann Prozesse beschleunigen, Texte generieren und Ideen liefern. Aber sie kann nicht verstehen. Das bleibt Menschenaufgabe. Und wer nicht weiß, was am Ende herauskommen soll, kann das Ergebnis auch nicht beurteilen.

Die Analogie, die dabei besonders hängen blieb: KI ist unsere Praktikantin. Wir müssen sie managen: mit klaren Briefings, kritischem Blick und dem Wissen, was wir wirklich brauchen. Eine Einordnung, die wir uns für viele Diskussionen über KI in der Kommunikation wünschen würden.

Verständnis schafft Akzeptanz – ein Blick in die Praxis

Im Workshop zeigte Zoe Hinrichs von Segmenta Communications, wie Kommunikation rund um Technologie und KI vor allem eines leisten muss: Verständnis schaffen. Denn nur wer versteht, akzeptiert. Eine Erkenntnis, die so selbstverständlich klingt, dass man fast vergisst, wie selten sie wirklich konsequent umgesetzt wird.

Ein konkretes Beispiel machte das besonders greifbar: Eine Stadt wollte ihren Bürgerinnen und Bürgern helfen, Behördenformulare einfacher auszufüllen. Die Lösung: ein Chatbot, entwickelt in einem Hackathon, der Formularfelder in einfacher Sprache erklärt und gleichzeitig prüft, ob alle nötigen Informationen vorliegen. Kein großes Versprechen, keine komplizierte Technologie, sondern ein konkreter Nutzen für echte Menschen. Für uns ein schönes Beispiel dafür, wie KI gesellschaftlichen Mehrwert schaffen kann, wenn sie mit dem richtigen Ziel eingesetzt wird.

Das Prompt Battle – ein Augenöffner mit Bielefeld-Faktor

Den praktischsten und vielleicht lehrreichsten Moment des Tages lieferte das KI-Prompt Battle von Cyrano. Zwei Teams, acht Minuten, eine Aufgabe: Eine Kampagne für Bielefelds Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2033 entwickeln, mit KI-Unterstützung. Anschließend stimmten die anderen Teams ab, welche Lösung die bessere war.

Die Idee unseres Teams? Wir waren begeistert. Bis das zweite Team ans Mikrofon trat und fast dasselbe präsentierte. Beide Teams hatten denselben naheliegenden Gedanken gehabt: die Bielefeld-Verschwörungstheorie, die Stadt, die es angeblich gar nicht gibt. Ein klassisches KI-Ergebnis: Wer auf derselben Informationsgrundlage arbeitet und denselben ersten Impuls folgt, kommt zu denselben Schlüssen.

Das Learning war unmittelbar und einprägsam: Wer mit KI kein austauschbares Ergebnis produzieren will, muss das schon im ersten Prompt mitdenken. Kreativität beginnt nicht beim Output, sondern beim Input. Und manchmal braucht es genau solche Momente, in denen man die eigene Begeisterung kurz abbremsen und nochmal nachdenken muss.

Netzwerken im Schloss – und vier Alumni an einem Ort

Zwischen den Sessions gab es Zeit zum Netzwerken im Foyer des Schloss Münster, mit bekannten Gesichtern und neuen Kontakten. Für uns war das auch ein Moment, der zeigte, wie weit das KommunikOS-Netzwerk bereits reicht.

Marcel Landwehr war mit der Agentur Script als Networking-Partner vor Ort. Linda Koslowski von hypr, sowohl KommunikOS- als auch campus relations-Mitglied, sprach im Alumni-Talk über ihren Weg in der Kommunikationsbranche und darüber, was man mit einem Kommunikationsstudium eigentlich alles anfangen kann. Sonia Drescher, die ihren Bachelor in Lingen abgeschlossen hat und jetzt Strategische Kommunikation in Münster studiert, engagiert sich nach ihrer aktiven Zeit bei KommunikOS nun bei campus relations und verbindet damit beide Initiativen auf besondere Weise. Und Anna-Sophie Zendel war als KommunikOS-Vorstandsmitglied dabei, um die Nachbar- Initiativen zu besuchen und bei der Veranstaltungen reinschnuppern.

Vier Alumni, vier verschiedene Stationen im Berufsleben – alle am selben Tag, am selben Ort. Das war kein geplantes Wiedersehen. Es ist einfach passiert. Weil Wege sich kreuzen, wenn man sie gemeinsam begonnen hat.

Was wir mitnehmen

Die Create ImPRessions 2026 hat uns einmal mehr gezeigt: KI verändert unsere Branche, aber sie ersetzt nicht, was Kommunikation im Kern ausmacht. Verstehen, einordnen, erklären. Das bleibt Menschenaufgabe. Und dafür braucht es Menschen, die neugierig sind, sich weiterbilden und miteinander im Austausch bleiben.

Danke an campus relations e.V. für eine inspirierende Veranstaltung und die herzliche Einladung. Wir freuen uns schon auf die nächste Begegnung!

 

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Dieser Beitrag wurde verfasst von Anna-Sophie Zendel.