„Geschichten können in acht Sekunden ein Feuer entfachen.“ 

Am vergangenen Samstag, den 9. Mai 2020, fand zum vierten Mal die KoMaktuell der studentischen PR-Initiative KommunikOS statt. Erstmalig wurde das Event aufgrund der aktuellen Lage digital durchgeführt. Wieder einmal konnte der Verein hochkarätige Speaker gewinnen, die über aktuelle Themen und Trends im Kommunikationsmanagement berichteten und diskutierten. 

Die Vereinsvorsitzende Thea Bühner eröffnete die Veranstaltung und betonte, dass man diese schwierigen Zeiten nutzen sollte, um die Herausforderungen anzunehmen und die resultierenden Chancen zu nutzen. Anschließend übernahm die Moderation Antonia Störkmann, aktives KommunikOS-Mitglied, das Wort und leitete in die Einstiegssession über. In dieser wurde besonders die aktuelle Corona-Thematik von zwei Lingener Locals in den Mittelpunkt gestellt. Olivia Teschner, Inhaberin des Cafés „Aivilo” in der Lingener Innenstadt und Markus Quadt, Inhaber der Gastronomiebetriebe „Alte Posthalterei“, „Butchers“ und „Sieben“, sprachen über die Auswirkungen und Veränderungen durch die Kontaktsperre und den kreativen Umgang mit diesen, zum Beispiel in Form von digitalen Bier- oder Gin-Tastings. Außerdem wagten beide auch einen Blick in die Zukunft. „Ich musste mich mit Themen beschäftigen, mit denen ich mich noch nie beschäftigt habe“, sagte Markus Quadt. Glücklicherweise kam aber auch viel Resonanz und Unterstützung von den Kunden, was beide sehr zu schätzen wissen. 

Nach dem Einstiegsgespräch hatten alle Teilnehmer*innen die Chance sich in virtuellen Kleingruppen auszutauschen, kennenzulernen und zu vernetzen. Anschließend startete die erste Session, die direkt das hohe Niveau der Veranstaltung widerspiegelte. Christian von Eichborn, Pressesprecher der Bertelsmann Stiftung, thematisierte die Ansätze, Chancen und Grenzen politischer Kommunikation in gemeinnützigen Organisationen. Dabei ging er vor allem auf die drei Trends ein, die gemeinnützige Organisationen zurzeit beeinflussen – Unsicherheit, Überforderung und Ausdifferenzierung. Er betonte außerdem, dass die Qualitätssicherung essenziell sei. „Man darf das Dringliche und das Wichtige nicht verwechseln“ warnte Eichborn. 

Ein weiterer klarer Trend im Kommunikationsmanagement und ein immer wichtiger werdendes Kommunikationsinstrument ist der Podcast. Dieser hat in den letzten Jahren immer mehr Zuwachs bekommen. Die Anzahl der Podcast-Formate stieg von 2.000 (2018) auf rund 12.000 (2019) an und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Andrea Montua, Inhaberin der Hamburger Beratungsagentur MontuaPartner Communications, machte dies noch einmal verstärkt deutlich. Mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis zeigte sie, dass man Podcasts auch in der internen Kommunikation erfolgreich einsetzen kann, um die Kommunikation innerhalb des Unternehmens zu verbessern. 

Der Speaker der dritten Session, Patrick Dörr, thematisierte in seinem Vortrag den „War of talents“ und wie man die zukünftigen Mitarbeiter*innen für ein Unternehmen begeistern kann. Der PR & Communications Manager bei deepblue networks AG & Hooked by deepblue setzt in Stellenausschreibungen auf Emotionen und Storytelling. „Mit Geschichten können wir in acht Sekunden ein Feuer entfachen.“ Nur so kann man als Unternehmen heute Aufmerksamkeit gegenüber potentiellen Arbeitnehmern generieren und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Zum Abschluss hatte die Masterstudentin und Co-Moderatorin Kim Reincke vier Expert*innen geladen, um über das Thema „Diversity in Unternehmen“ zu diskutieren. Phi Tân Cao (Deutsche Post DHL Group), Prof. Dr. Susanne Knorre (knorre consulting & Hochschule Osnabrück), Tijen Onaran (Global Digital Women) sowie Victoria Wagner (BeyondGenderAgenda) waren sich einig, dass immer noch zu wenig in dem Bereich getan wird. Tijen Onaran stellte fest: „Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.“ Mit dieser Aussage findet sie in der Diskussionsrunde Anklang. Prof. Susanne Knorre, die auch Mitglied in diversen Vorstandsräten ist, meint ebenfalls, dass die Problematik in der Führungsebene angekommen sei, man aber nicht genau wissen, wie die positiven Effekte der Vielfalt für das Unternehmen genutzt werden können. Die Diskussion zeigte, dass das Thema aktuell bleiben wird und noch viel Potenzial nach oben da ist.

Über hundert Personen nahmen an den Online-Sessions teil und der #komaktuell20 landete sogar in den Trends bei Twitter auf Platz 4. Gesponsert wurde die digitale KoMaktuell 2020 von der Rosen Gruppe in Lingen.


Dieser Nachbericht ist in Kooperation mit Wo-ist-eigentlich-Lingen.de entstanden. Den Nachbericht schrieb Carla Bröring.